making the invisible visible

Preview China Dialogue

Der Beginn einer Recherche für ein Projekt setzt bei mir stets mit einer intensiven Phase der Beobachtung, des „Erspürens“ ein, gefolgt von fotografischen sowie skizzenhaften Aufzeichnungen. Die Reflexionen des Erlebten werden sodann im Atelier weiterverarbeitet und finden sich anschließend in meinen künstlerischen Arbeiten wieder. Das Nicht-Sichtbare, Transzendente, Wiederholbare – und doch nicht Wiederholbare – übte von jeher Faszination auf mich aus: Jede einzelne Phase ist ein Experiment, weil sich nie voraussagen lässt, wie sich die einzelnen Projekte entwickeln werden.

 

Videoinstallation auf pneumatischem Objekt, Fotos: Colin Kummer

Videostill: making the invisible visible

Ohne sicher zu wissen, ob es in China möglich sein wird, Informationen zu rekrutieren, wollte ich auch hier meine üblichen Arbeitsmethoden einsetzen. Und tatsächlich konnte ich relativ frei recherchieren, interessantes Datenmaterial zusammenstellen und dann vor Ort künstlerisch ‚übersetzen’. Die Themen ergaben sich durch die vielen Gespräche mit den Menschen aus Hangzhou, Shanghai und Umgebung.
Es wurde viel erzählt und es war interessant, zu beobachten, welches Mitteilungsbedürfnis in vielen steckt, das jedoch im täglichen Leben oft verschüttet bleiben muss oder nicht ausgesprochen werden darf. Und genau da setzte ich an: ich versuchte das Nicht- Gesprochene, das ‚Zwischen den Zeilen’ stehende zu transportieren, einzufangen und nannte meine Ausstellung: you are wherever you are – making the invisible visible.

aus dem Zyklus CHINA DIALOGUE: making the invisible visible, Mischtechnik auf Papier, ca. 181 x 110 cm,  2010/2011
© Sylvia K. Kummer